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Chronik des Göttinger Knabenchores

Vorgeschichte

Zu Ostern 1954 begann Franz Herzog – aus Peine kommend – seine Tätigkeit am Felix-Klein-Gymnasium als Musiklehrer, und diese auch sofort mit Chorarbeit. Die Schulchronik des FKG, das zu diesem Zeitpunkt ein reines Jungengymnasium war, vermerkt im Jahresbericht 1954/55: „Es besteht ein Schulchor unter der Leitung von Franz Herzog, und es gibt ebenfalls unter seiner Leitung drei Singkreise in den Klassen 5, 6 und 7“. Außerdem wohnte er in der Schule direkt neben dem großen Musikraum im Turm, dem kleinen Lehrerzimmer daneben, denn zu dieser Zeit war es noch extrem schwierig, eine Wohnung zu finden. Die Familie blieb daher zunächst in Peine.

Daneben führte Franz Herzog die musikalische Arbeit beim städtischen Chor in Peine fort, mit dem er u. a. am 20.11.1955 „Ein Deutsches Requiem“ von Brahms aufführte, zusammen mit dem Göttinger Symphonie Orchester (GSO). Außerdem übernahm er in Göttingen die Leitung des katholischen Männerchores „Cäcilia“ und betätigte sich am FKG auch als Leiter des Schulorchesters.

Am 27.2.1957 brachte Franz Herzog mit einer Uraufführung in der FKG-Aula seine „Palmström-Suite“ heraus und erfand damit eine neue Art der Schulmusik mit modernen Rhythmen wie bei Strawinsky und lateinamerikanischer Tanzmusik, für den Chor „übersetzt“. Seine Sänger waren begeistert und viele von ihnen sind es bis zum heutigen Tag. Der „Palmström“ ist gewissermaßen die Gründungsmusik des Göttinger Knabenchores und muss deshalb bei jedem Jubiläum wiederholt werden. Aber schon 1957 reichte eine Aufführung nicht. Das Konzert wurde am 7. und am 13. März wiederholt. Alle Konzerte waren ausverkauft. Schon bei der Uraufführung wirkte Falk Zimmer als Pianist mit, ebenso wie bei fast allen weiteren Aufführungen in späteren Jahren einschließlich der zum Jubiläumsjahr 2012 geplanten Aufführung. Ende 1957 gestaltete Franz Herzog mit seinem Jungenchor in der Aula des FKG zum ersten Mal auch eine „Weihnachtliche Chormusik“, die später als Weihnachtsmusik des Göttinger Knabenchores immer mehr ausgebaut und zu einer eigenen Chortradition wurde, inspiriert vom Geist der Weihnachtsmusiken des Dresdner Kreuzchores.

Im März 1958 gab es zwei weitere Aufführungen der Palmström-Suite und dazu Tonaufnahmen beim NDR. Auch 1959 wurde ein Teil der Palmström-Musik aufgeführt, jetzt im Rahmen einer Bundestagung der „Musikalischen Jugend Deutschlands“ in Hannover. Immer wieder gab es gemeinsame Konzerte des FKG-Schulchores mit der „Cäcilia“ in der Aula des FKG, in diesen Jahren eine fruchtbare Zusammenarbeit.

1962 dann zwei letzte Auftritte als Schulchor des FKG mit einer geistlichen Abendmusik in der Christuskirche am 24.5. und einem Schulkonzert in der Aula des FKG am 20.6. wiederum zusammen mit dem Männerchor „Cäcilia“, bevor dann am 20.9. der erste Auftritt als „Göttinger Knabenchor“ – noch mit Untertitel „Chor des Felix-Klein-Gymnasiums“ – erfolgte.