Proben trotz Corona

Heute fand die letzte Freitagsprobe vor den Herstferien statt. Wir können auf sechs Wochen reguläre Probenarbeit seit der Probenfreizeit zurückblicken – darauf hatten wir kaum zu hoffen gewagt! Zwar gibt es noch einige Schwierigkeiten, aber es haben sich schon neue Routinen gebildet.

Bereits um 15:45 Uhr begannen fleißige Choristen mit dem Aufbau der Choraufstellung in der großen Aula des Felix-Klein-Gymnasiums. Wir sind sehr froh und dem FKG sehr dankbar dafür, mit der Aula einen Raum nutzen zu können, der alle 60 Hauptchoristen mit Abstand fassen kann.

Der Chor sitzt in der ganzen Aula verteilt

Um 16:00 Uhr begannen die Knabenstimmen mit ihrer wöchentlichen Satzprobe. Parallel probte der Vorchor im oberen großen Musiksaal. Außerdem fand der Musiktheoriekurs für die Stimmbrüchler statt.

Erst um 16:45 Uhr stießen auch die Männerstimmen dazu. Normalerweise ist die Ankunft der Männer für die Knaben der Beginn ihrer kurzen Pause, weil die Männer sich erst einsingen müssen. In Corona-Zeiten müssen aber alle auf ihrem Platz sitzen bleiben. Es ist nicht zu gewährleisten, dass die acht- bis dreizehnjährigen Jungen während der Pause immer an den Abstand denken.

Auch andere Routinen haben sich etabliert: Die Choristen tragen nur dann keine Maske, wenn sie an ihrem Platz sitzen. Aufs Klo geht es nur einzeln nacheinander. Niemand geht durch den Chor, wenn gesungen wird. Die offenen Fenster und Türen sorgen für eine permanente Durchlüftung. Heute merkte man: Der Winter naht! Zweieinhalb Stunden im Durchzug sitzend zu singen wird mit fallenden Temperaturen zusehends unangenehm. Bis auf weiteres gilt: Dick einpacken!

Die Fenster sind (genau wie die Türen hinter der Kamera) immer geöffnet

Das Proben mit Abstand, verteilt auf einen riesigen Raum, ist nicht einfach. Wenn der Chor nur nach Gehör singt, mit den Augen in den Noten, auf die Töne von der anderen Seite des Saals wartend, ist rhythmische Ungenauigkeit zwangsläufig. Es muss nach dem Schlag des Dirigenten gesungen werden, was gerade bei neuen Stücken für Männer wie Knaben eine permanente Herausforderung bleibt. Andererseits ist das auch eine gute Übung! Außerdem sorgt der Abstand dafür, dass weit weniger Schabernack getrieben wird als in normalen Zeiten. Man muss die Dinge einfach positiv sehen.

Geprobt wurde unter anderem „Ave Generosa“ von Ola Gjeilo, das beim Weihnachtskonzert am dritten Adventssonntag erklingen soll. Wir hoffen sehr auf dieses Konzert, wäre es doch das erste seit Januar! Dazu bald mehr an dieser Stelle.

Erst einmal beginnen jetzt zwei Wochen Herbstferien, in denen viel passieren kann. Wir hoffen inständig, nach den Ferien weiter proben zu können!