Germershausen 2018, Tag 6

Die sechs Tage Probenfreizeit vergehen wie im Flug – vor allem wenn man noch 20 Tage Japan in Erinnerung hat… heute also ist schon der letzte Tag. Der Morgen stand nach dem Frühstück ganz im Zeichen der nahenden Abreise: Betten abziehen, Koffer packen und Zimmer aufräumen ersetzten das gewöhnliche morgendliche Einsingen nach dem Frühstück. Außerdem zog sich der Chor um, wobei der Hauptchor die Kutten bzw. Hemd und Jackett durch die weniger warmen Poloshirts ersetzte.

Dann galt es, die letzten Reserven für das Matineekonzert zu mobilisieren! Um 10:00 sollte das Einsingen in der Bernshäuser Kirche beginnen. Einige Männerstimmen waren aber zu spät aufgestanden oder zu lange mit Packen beschäftigt, weshalb der ganze Chor über zehn Minuten auf sie warten musste, bevor er zur Kirche gehen konnte – ärgerlich, denn der straffe Zeitplan ging nun nicht mehr auf. So probte der Chor bis eine Viertelstunde vor Konzertbeginn noch an letzten Feinheiten, die am Vortag nicht mehr untergebracht werden konnten. Nach der Probe besetzte der Chor direkt seine Plätze in der Kirche und nahm dort noch Wasser zu sich.

Das Konzert begann pünktlich um 11:00 Uhr. Der Hauptchor eröffnete das Konzert mit einer modernen Vertonung des „Kyrie“ von Steve Dobrogosz. Am Klavier wurde er begleitet von Natalia Bachmann, die auch schon auf der Konzertreise nach Japan dabei war und für dieses Konzert sehr kurzfristig zugesagt hatte – vielen Dank dafür!

Der Hauptchor singt – das charakteristische Gelb der Kutten fehlt, weil es für Kutten einfach zu warm ist.

Der anschließend auftretende Vorchor beeindruckte mit einem fünfstimmigen Kanon, der sich wie ein Orchester anhörte, und einem Solisten.

„Die Welt ist groß, das Aug‘ ist klein / Wie geht die Welt ins Aug‘ hinein?“ Vorchorist Marc sang diese Partie beeindruckend sauber.

Danach übernahm wieder der Hauptchor, im Zentrum standen vier Choräle aus der Motette „Jesu meine Freude“ von Johann Sebastian Bach. Klanglich übertraf der Chor die Erwartungen an ein Matineekonzert nach einer sechstägigen Probenfreizeit bei dieser Hitze bei weitem, Chor und Chorleiter waren sehr zufrieden.

Anschließend machten sich Eltern und Choristen zum gemeinsamen Grillfest in der Bildungsstätte auf den Weg. Dort ließ man die Freizeit gemütlich ausklingen. Mit leichter Verspätung machten sich auch die verbliebenen Radfahrer – viele ließen sich spontan von ihren Eltern im Autor mitnehmen – auf den Weg nach Göttingen, wo sie um 17:00 ankamen.  

Was bleibt von dieser Freizeit? Im letzten Jahr hatten wir ein Pitchvideo für unsere Crowdfundingaktion zugunsten der Japanreise gedreht, eine große Herausforderung, etwas Besonderes, was es in diesem Jahr nicht gab. Aber auch in diesem Jahr meisterten wir eine ebenso große Herausforderung: die Hitze. Trotz der Temperaturen in den Probenräumen, trotz wenig Schlaf in heißen Zimmern, trotz der sich automatisch einstellenden Trägheit herrschte eine sehr produktive Probenathmosphäre vor, und auch die Stimmung insgesamt war super! Das Wissen, dazu fähig zu sein, wird uns hoffentlich auch im normalen Probenalltag beflügeln.

Von Till K.

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